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<title>Stimmlage</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Stimmlage</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Stimmlage</b> ist ein Begriff, mit dem in der <a href="Musik" title="Musik">Musik</a> <a href="Gesang" title="Gesang">Singstimmen</a> oder <a href="Musikinstrument" title="Musikinstrument">Musikinstrumente</a> anhand ihres <a href="Tonumfang" title="Tonumfang">Tonumfangs</a> sortiert werden. Dabei gilt der Tonumfang, der bei normaler Funktion des <a href="Stimmorgan" class="mw-redirect" title="Stimmorgan">Stimmorgans</a> physisch oder des Instruments physikalisch erzeugt werden kann. Die häufigsten Stimmlagen sind <i>Sopran</i>, <i>Alt</i>, <i>Tenor</i> und <i>Bass</i>, welche ursprünglich auf die Vokalmusik bezogen und später sinngemäß auch auf Instrumentalmusik übertragen wurden. Zu diesen vier Stimmlagen kamen dann noch <i>Mezzosopran</i> und <i>Bariton</i> hinzu. Die mittlere Stimmlage der <a href="Sprechstimme" class="mw-redirect" title="Sprechstimme">Sprechstimme</a> wird als <a href="Indifferenzlage" title="Indifferenzlage">Indifferenzlage</a> bezeichnet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gesang">Gesang</h2></div>
<table class="wikitable hintergrundfarbe-basis skin-invert-image float-right" style="text-align:center;">

<tbody><tr>
<th colspan="2"><a class="mw-selflink selflink">Stimmlagen</a> für <a href="Chor_(Musik)" title="Chor (Musik)">Chorsänger</a>
</th></tr>
<tr>
<th>Frauenstimmen
</th>
<th>Männerstimmen
</th></tr>
<tr>
<td><span typeof="mw:File"></span><br><a href="Sopran" title="Sopran">Sopran (S)</a>
</td>
<td><span typeof="mw:File"></span><br><a href="Tenor" title="Tenor">Tenor (T)</a>
</td></tr>
<tr>
<td><span typeof="mw:File"></span><br><a href="Mezzosopran" title="Mezzosopran">Mezzosopran</a>
</td>
<td><span typeof="mw:File"></span><br><a href="Bariton" title="Bariton">Bariton</a>
</td></tr>
<tr>
<td><span typeof="mw:File"></span><br><a href="Alt_(Stimmlage)" title="Alt (Stimmlage)">Alt (A)</a>
</td>
<td><span typeof="mw:File"></span><br><a href="Bass_(Stimmlage)" title="Bass (Stimmlage)">Bass (B)</a>
</td></tr></tbody></table>
<p>Singstimmen werden in Musikwerken nach der Tonhöhe grob in die vier Stimmlagen <i><a href="Sopran" title="Sopran">Sopran</a></i>, <i><a href="Alt_(Stimmlage)" title="Alt (Stimmlage)">Alt</a></i>, <i><a href="Tenor" title="Tenor">Tenor</a></i> und <i><a href="Bass_(Stimmlage)" title="Bass (Stimmlage)">Bass</a></i> aufgeteilt. Die höchste Stimmlage hiervon ist der Sopran (früher auch <i>Diskant</i> genannt), die hohe Frauen- und Kinderstimme (italienisch <i>soprano</i> ‚höchster, oberster‘). Die tiefen Männerstimmen sind in der Stimmlage Bass (italienisch <i>basso</i> ‚tief‘), die hohen Männerstimmen im Tenor zusammengefasst. Zum <i>Alt</i> (italienisch <i>alto</i> ‚hoch‘), ursprünglich die hohe Stimme über dem melodieführenden <i>Tenor</i> (italienisch <i>tenore</i>, vgl. lateinisch <i>teneō</i> ‚halten‘) bezeichnend (vgl. <a href="Cantus_firmus" title="Cantus firmus">Cantus firmus</a>), gehören Knaben- und tiefe Frauenstimmen.<sup id="cite_ref-Ziegenrücker-227f_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Ziegenrücker-227f-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die meiste <a href="Chor_(Musik)" title="Chor (Musik)">Chorliteratur</a> kommt mit diesen Stimmlagen aus, wobei die Stimmlagen noch in mehrere Stimmen aufgeteilt werden können. Darüber hinaus werden noch regelmäßig für mittlere Stimmlagen die Bezeichnungen <i><a href="Mezzosopran" title="Mezzosopran">Mezzosopran</a></i> (italienisch <i>mezzo-</i> ‚halb; mittel‘) für Frauen und <i><a href="Bariton" title="Bariton">Bariton</a></i> (italienisch <i>baritono</i> ‚tieftönend‘) für Männer verwendet,<sup id="cite_ref-Ziegenrücker-227f_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Ziegenrücker-227f-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> jedoch fast nur für solistische Stücke. Neben der Stimme werden auch häufig die Personen mit ihren Stimmlagen bezeichnet, z.&nbsp;B. „Er ist ein Tenor“.
</p><p>Es gibt außerdem noch die Bezeichnung <a href="Kontra-Alt" title="Kontra-Alt">Kontra-Alt</a> für sehr tiefe und dunkel gefärbte Frauenstimmen, die sich in der Tonlage Tenor bewegen. Ein <a href="Bassbariton" title="Bassbariton">Bassbariton</a> ist ein Sänger, der die Stimmlagen Bass und Bariton abdeckt. <i>Oktavisten</i> sind besonders spezialisierte tiefe Bässe mit einem Umfang in der Tiefe bis zur Kontraoktave bei A<sub>1</sub>, das ist eine Oktave unter der Bariton-Lage. Im Gegenzug wechselt der Oktavist nach oben nie in die Kopfstimme. Es gibt einige wenige Solostücke für Oktavisten, oft sind diese eigens für einen bestimmten Sänger komponiert worden.
</p><p>In <a href="Solo_(Musik)" title="Solo (Musik)">Solopartien</a> ist der geforderte Tonumfang oft erheblich größer als in der o.&nbsp;g. Unterteilung. Man unterscheidet außer dem Tonumfang auch weitere technische und musikalische Anforderungen, die die Partie an die Gesangsstimme stellt, das sogenannte „<a href="Stimmfach" title="Stimmfach">Stimmfach</a>“, z. B. Heldentenor, lyrischer Tenor, Koloratursopran, dramatischer Sopran.
Der Begriff <a href="Countertenor" title="Countertenor">Countertenor</a> ist keine exakte Bezeichnung für eine Stimmlage, sondern ein <a href="Stimmfach" title="Stimmfach">Stimmfach</a> für hohe Männerstimmen in Alt-, Mezzosopran- oder Sopranlage. Weiterhin gibt es noch die Bezeichnungen Kindersopran, Knabensopran, Knabenalt und Männeralt, Kastratensopran etc. die eine Spezifizierung der Sängerrolle enthalten, aber im eigentlichen Sinn keine Tonlage, sondern Stimmfächer bezeichnen.
</p><p>Neben dem Umfang einer Stimme gibt es auch den Begriff der „<a href="Tessitur" title="Tessitur">Tessitura</a>“ oder „Tessitur“, die den typischen und leicht reproduzierbaren Umfang angibt, dabei können einzelne Töne über diesen Bereich hinausgehen. Die Tessitur ist der Bereich der Stimme, der vom Sänger über längere Zeit eingesetzt werden kann, ohne übermäßig anstrengend zu sein. Während einzelne Töne außerhalb der Tessitur kein Problem darstellen, kann dauernder Einsatz der Stimme außerhalb der Tessitur die Stimme schnell ermüden oder sogar Schäden an den Stimmbändern verursachen. Nach <a href="Peter-Michael_Fischer" title="Peter-Michael Fischer">Peter-Michael Fischer</a> umfasst die Tessitura beim professionellen Sänger etwa zwei Oktaven und beginnt in der Regel erst in der Mitte der unteren Oktave. Der gesamte Stimmumfang ab <i>phonisch Null</i> (tiefster, gerade noch erreichbarer Ton<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) umfasst beim Berufssänger nach Fischer 2½ bis über 3 Oktaven.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Mehrzahl der Singstimmen gehört zu den mittleren Stimmlagen. Echte Bässe (phonisch Null reicht hinab bis D) sind bei den Männern nur mit 5&nbsp;% vertreten, <a href="Bass_(Stimmlage)" title="Bass (Stimmlage)">profunde Bässe</a> (phonisch Null tiefer als D) sind selten.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div style="clear:left;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Allgemein">Allgemein</h3></div>
<p>Bei den menschlichen Stimmlagen unterscheidet man den Normalumfang und die tiefen und hohen Grenzlagen. Das Bass-Vokabular reicht bis zum (großen) D herunter, der <a href="Koloratursopran" title="Koloratursopran">Koloratursopran</a> hoch bis zum dreifach gestrichenen f. Damit kann die menschliche Stimme einen Bereich von ungefähr 4 Oktaven erfassen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine unausgebildete Stimme erreicht eine gute <a href="Oktave" title="Oktave">Oktave</a>, eine ausgebildete ungefähr 2½ bis selten 3 Oktaven. Die menschliche Stimme reicht in der Regel über zwei Oktaven, das sind 24 Halbtöne. Stimmen mit mehr als drei Oktaven Stimmumfang sind sehr selten. Es gibt jedoch keine Literatur, die solchen Stimmumfang fordert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Musikinstrumente">Musikinstrumente</h2></div>
<p>Die Einteilung in verschiedene Stimmlagen wird auch bei vielen <a href="Instrumentenfamilie" title="Instrumentenfamilie">Musikinstrumentenfamilien</a> verwendet. Auch dabei sind <i>Sopran</i>, <i>Alt</i>, <i>Tenor</i> und <i>Bass</i> die häufigsten Begriffe, es gibt bei Instrumenten jedoch weitere Stimmlagen, die von Sängern nicht erreicht werden können. Höhere Instrumente können dabei Bezeichnungen wie Sopranino, <a href="Garkleinblockfl%C3%B6te" title="Garkleinblockflöte">Garklein</a>, <a href="Soprillo" title="Soprillo">Soprillo</a> oder <a href="Piccolofl%C3%B6te" title="Piccoloflöte">Piccolo</a> tragen, tiefere werden als Großbass, Kontrabass oder Subbass bezeichnet.
</p><p>In der Zeit der <a href="Renaissancemusik" class="mw-redirect" title="Renaissancemusik">Renaissance</a> wurden die ersten Instrumentenfamilien entwickelt. Um alle Stimmen eines Satzes auf gleichartigen Instrumenten ausführen zu können, wurden die meisten Instrumente zu Ensembles mit zumindest drei verschiedenen Tonlagen (Diskant, Alt/Tenor und Bass) ausgebaut. Dabei orientierte man sich jedoch nicht genau an der Tonhöhe der entsprechenden menschlichen Stimmen. Instrumente, die in ihrer Familie die Bassfunktion ausführten, wie z.&nbsp;B. Bassblockflöte (eigentlich Altlage) oder Bassrankett (tiefster Ton Kontra-F) konnten durchaus eine Oktave höher oder tiefer als eine menschliche Bassstimme klingen.
</p><p>Auch Lagebezeichnungen für später entwickelte Instrumente weichen häufig von den analogen menschlichen Stimmlagen ab, allein schon deshalb, weil fast alle heutigen Orchesterinstrumente die menschliche Stimme im Tonumfang bei weitem überschreiten. Die Bassklarinette zum Beispiel umfasst an der menschlichen Stimme gemessen auch die Tenor- und Altlage.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Liste_ber%C3%BChmter_S%C3%A4ngerinnen_und_S%C3%A4nger_klassischer_Musik" class="mw-redirect" title="Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik">Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik</a></li>
<li><a href="Stimmgruppe" title="Stimmgruppe">Stimmgruppe</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Stimmlage" class="extiw external" title="wikt:Stimmlage">Wiktionary: Stimmlage</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Ziegenrücker-227f-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Ziegenrücker-227f_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Ziegenrücker-227f_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Wieland_Ziegenr%C3%BCcker" title="Wieland Ziegenrücker">Wieland Ziegenrücker</a>: <i>ABC Musik. Allgemeine Musiklehre.</i> 6. Auflage. Breitkopf &amp; Härtel, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-7651-0309-4, S. 277&nbsp;f. (<i>Die Stimmlagen</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Michael Fischer: <i>Die Stimme des Sängers</i>, S. 114, ISBN 978-3-476-01604-1</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter-Michael Fischer: <i>Die Stimme des Sängers</i>, S. 73</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter-Michael Fischer: <i>Die Stimme des Sängers</i>, S. 129</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Häflinger: <i>Die Singstimme.</i> Schott, 2. überarbeitete Auflage 1993, S. 414.</span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4183344-2">4183344-2</a></span> </div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2024-11-10" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Stimmlage&amp;oldid=250216723">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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